OPENiT Festival

Lars Zimmermann, Jenni Ottilie Keppler

english, deutsch

/* english */

In autumn 2013 we made the OPENiT Festival 2013 in Berlin Kreuzberg to celebrate and experiment Open Source Culture for the future of cities and communities. We developed a special concept for it called „City Hacking“ or „Guerilla Conferencing“ using open source principles. There is a DOCUMENTATION WITH LOTS OF PICTURES & VIDEOS of the festival and also an detailed tutorial/recipe-description for how to do a festival like this yourself. But this tutorial exists only in german right now (see below). But Jenni filmed the short presentation about the OPENiT Festival Lars gave at the OuiShare Fest 2014 in Paris. So you can get a general idea how to do your OPENiT Festival.

Future versions of the festival and further development of the recipe are being planned. You can book your own OPENiT Festival for your community or city or get some consultancy or workshops from us for it here.

Video Keynote (sorry for the bad sound) (YouTube)

Slideshow for the Keynote

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TRAILER, 2013, Kreuzberg

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/* deutsch */

OPENiT Festival steht für einen speziellen Festival- oder Konferenztyp; „Guerilla Festivaling“ oder „City Hacking“. Ein Festival organisiert wie ein Flashmob. Es ist ein Festival zum Experimentieren, Anwenden und Feiern von Open Source Kultur; ein offenes Barcamp in der Stadt mit dem Ziel, durch offene Kommunikation neue Verbindungen zwischen den Bewohnern herzustellen und neue Verwendungsweisen für die vorhandene Infrastruktur diskutierbar zu machen. Und bei alledem eine nachhaltige Zukunft für die Stadt zu erfinden und erlebbar zu machen.

Das erste OPENiT Festival fand 2013 in Berlin Kreuzberg statt. Das Rezept bzw. die Anleitung für das Festival stehen hier unten.

Zukünftige und erweiterte Versionen des Festivals sowie die offene Weiterentwicklung des OPENiT Organisationsrezeptes sind geplant. Wollen Sie ein eigenes OPENiT Festival in ihrer Stadt oder Gemeinschaft durchführen? Buchen sie uns dafür, wir entwickeln für sie ganze Festivals oder beraten und unterstützen sie bei der Organisation.

Eine Dokumentation der Ausgabe von 2013 gibt es hier.

 

OpenitFestival_Vorschau_Slide_02

 

Recipe / Rezept

(Version 0.9, deutsch)

von Lars Zimmermann

Download als PDF, ODT (zum Editieren z.B. mit Libre Office, Open Office oder Microsoft Word)

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1. EINFÜHRUNG: OPENiT FESTIVAL

O P E N i T   F e s t i v a l  ist ein Festivaltyp geeignet für kleine Städte, Gemeinschaften, Stadteile oder Teile von Stadtteilen. Es ist ein Festival, das Offenheit feiert, herstellt und nutzt für die Entwicklung von Gemeinschaften; im Zentrum steht kreative Neuerfindung und Vernetzung. Das Konzept wurde 2013 in Berlin Kreuzberg entwickelt und getestet. Hier liegt die Anleitung dafür vor.

Bei einem OPENiT Festival geht es um Wirtschaft, Orts- und Gemeinschaftsbezug, Lebensgestaltung und nachhaltige Zukunftsvisionen. Ein OPENiT Festival bringt dazu die positiven Entwicklungspotentiale von Offenheit (Openness) in eine Gemeinschaft ein und versucht sie darin möglichst nachhaltig zu verankern und zu aktivieren. „Open it“ bedeutet „Öffne es“. Ein OPENiT Festival ist ein „Tag der offenen Stadt“.

Die Idee ist, dass die Bürger sich einander vorstellen und voneinander erfahren, indem sie Festival-Programmpunkte gestalten. Die Bürger werden so in die Erfindung ihrer Stadt und des Festivals einbezogen. Vernetzung & Beziehungsbildung stehen im Vordergrund. Und es liegt auf der Hand, dass gut vernetzte Gemeinschaften und Regionen mehr Potentiale mobilisieren können als schlechter vernetzte. Sie sind wirtschaftlich und sozial erfolgreicher und ermöglichen ein lebenswerteres Leben. Voneinander, miteinander und übereinander lernen sind gute Schritte dahin.

Wofür

Das hier stehende Grundrezept eines OPENiT Festivals ist beliebig adaptierbar und erweiterbar. Ein OPENiT Festival einsetzen kann man z.B.

  • als Fest zum allgemeinen Feiern und Öffnen einer Gemeinschaft,
  • um Neuerungen vorzustellen und darin einzufügen (z.B. eine neue Infrastruktur wie Straßen, Plätze oder Gebäude; eine neue BürgermeisterIn, ein neues Verwaltungs- oder Organisationsverfahren usw.)
  • als direkten Entwicklungsimpuls bzw. direkte Entwicklungsmöglichkeit für Gewerbetreibende vor Ort (etwa um Kooperationen zu testen, Lehrlinge oder neue Mitarbeiter zu finden, gemeinsame Projekte anzustoßen usw.)
  • eine Diskussion über die Zukunft einer Gemeinschaft in Gang zu setzen bzw. eine gemeinsame Vision zu suchen und zu finden.
Festivalize it!

Ein Festival ist für all das gut geeignet, denn es erschafft einen Raum, in dem kurz die Regeln des Alltags aufgehoben werden, Neues kann ausprobiert werden! Dabei ist es aber doch nur kurzfristig, es entstehen keine dauerhaften Verpflichtungen. Man kann etwas probieren mit Spaß, ohne dauerhaft darauf festgelegt zu werden. Das Risiko ist gering, die Spielräume groß. Und nur was wirklich funktioniert hat und nützlich ist, behält man und nimmt es mit in die Zukunft.

OPENiT bietet ist dabei eine besonders nachhaltige Variante. Es nutzt mit seinem City Hacking Konzept (dazu mehr weiter unten) bereits vorhandenen Strukturen und konzentriert sich darauf, diese zu entwickeln. Alle Energien fließen in die tatsächlich vorhandenen Strukturen. Insgesamt bleibt der materielle Aufwand sehr gering.

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2. ANLEITUNG OPENiT FESTIVAL

Hier steht das Grundrezept für ein OPENiT Festival. Damit kann jeder ein OPENiT selbst planen, entwickeln und durchführen. Die Grundanleitung kann natürlich beliebig angepasst und mit eigenen Ideen erweitert werden. (Rat und Unterstützung dabei können Sie sich bei unserer Open it Agentur holen: http://openitagency.eu)

Die Anleitung besteht aus zwei Teilen: Teil Eins beschäftigt sich mit den allgemeinen Grundprinzipien, beschreibt worauf man achten soll. Teil 2 zeichnet den Entwicklungsablauf Schritt für Schritt nach und gibt Textbausteine für eine Website.

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2.1 PRINZIPIEN

Ein OPENiT Festival fußt auf drei Prinzipien, die miteinander in Verbindung stehen.

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2.1.1 PRINZIP 1: Was da ist, ist interessant und steht im Mittelpunkt

Bei einem OPENiT geht es um die Menschen und Dinge vor Ort. Ziel ist es nicht, Fremdes von außen einzubringen wie etwa Wanderattraktionen, Künstler, Imbissbuden, Kuriositäten usw. Nein, das Zentrum bzw. der Hauptinhalt des Festivals ist schon da: Die Leute und Strukturen vor Ort. Diese sind die „Attraktion“, präsentieren sich offen und interaktiv.

Es geht also um die Öffnung der Dinge. Alles was man offen machen und zeigen kann, ist willkommen. Offenheit gibt die Möglichkeit, Dinge neu zu betrachten, miteinander in Kontakt zu kommen und gemeinsam Dinge weiter zu entwickeln. Voneinander, übereinander und miteinander lernen.

Vorbild für OPENiT sind Unkonferenzen bzw. Barcamps. Bei einer Unkonferenz wird das Programm der Konferenz am Anfang des ersten Tages von den Teilnehmern der Konferenz selbst entwickelt. Wer etwas weiß und teilen möchte, bietet eine „Session“ an. Diese wird in den Kalender eingetragen. Gute Sessions sind dabei oft interaktiv, bieten Platz zum Mitmachen, Mitdiskutieren, Mitgestalten. Es entsteht ein von allen zugleich gestalteter Raum des Austausches mit den Fähigkeiten und Interessen der Anwesenden im Mittelpunkt.

Der Kalender von OPENiT ist ebenfalls offen. Jeder kann sich selbst eintragen, einen Programmpunkt ankündigen und selbstverantwortlich gestalten. Mehr dazu unten bei Kalender (2.2.1.3.8).

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2.1.2 PRINZIP 2: Dinge von außen einbringen

Das Prinzip 1 „Was da ist, ist interessant und steht im Mittelpunkt“ bedeutet aber nicht, dass nicht auch interessante Dinge und Ideen von woanders her hereingeholt werden können. Im Gegenteil. Sie sind als Impulse willkommen.

Man kann externe Experten und Initiativen einladen, so lange sie das Interesse der Gemeinschaft vor Ort bzw. einiger Mitglieder spiegeln. Will jemand man z.B. mal urbanes Gärtnern ausprobieren? Dann einfach einen Experten für einen offenen Workshop zu sich in den Laden oder Hof einladen im Rahmen von OPENiT. Der reisebegeisterte Schumacher lädt einen Reisevortragenden in seine Werkstatt ein und öffnet den Vortrag für alle mit einer Werkstattführung davor und danach usw. Ein Experte für Abfallvermeidung kommt und untersucht mit den Leuten und Geschäften vor Ort die Lage, schaut auf Werkstattmüll, entwickelt gemeinsam mit den Leuten im Rahmen des vor Ort möglichen Lösungen für die Zukunft. Usw.

Wichtig ist nur, dass, was immer man holt, mit den Leuten vor Ort zu tun hat, es Ausdruck ihrer (Entwicklungs)Interessen und Persönlichkeiten ist. Dann folgt es auch Prinzip 1 oben.

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2.1.3 PRINZIP 3: Stadt hacken! (City Hacking)

„Hacking“ wird oft als negativer Begriff missverstanden. „Computer-Hacker“ mit krimineller Energie manipulieren widerrechtlich Systeme. Das ist extrem verkürzt. Hacken ist eigentlich ein extrem positiver Begriff. Er steht für Kreativität. Es geht darum, die Grenzen von Systemen zu überwinden, es geht um kreative Zweckentfremdung. Dinge werden erweitert, neue,  elegantere, intelligentere oder auch amüsantere Benutzungen werden dafür erfunden.

Bei einem OPENiT Festival soll Stadtinfrastruktur „gehackt“ werden, kreativ neu benutzt und erweitert werden. Der Stadtraum wird zu einem offenen Lern- und Mitmachmachraum. Dafür wird nichts neues dorthin gestellt, etwa Buden, Zelte oder Bühnen, sondern was da ist benutzt. Der Werkstattraum des Schusters wird zum Unterrichtszimmer, die Restaurantküche zum Schauraum, die Glaserei zum Vortragsort, der Supermarkt zum Experimentierlabor, der Asphalt zum Garten, der Hobbykeller zur Begegnungsstätte, der Innenhof … Die Stadt verwandelt sich in einen interaktiven Schau-, Ausstellungs-, Bildungs-, Messe-, Experiment- und Gemeinschaftsraum. Im gemeinsamen Hacken wird sie dabei neu erschaffen, neu gedacht und neu ausprobiert. Dabei können viele neue Nutzungspotentiale entdeckt werden und eine andere Zukunft erscheint.

Hierin liegt (zugleich) der Nachhaltigkeitsaspekt von OPENiT. Das Hacken spart Ressourcen. Während viele Festivals oder Feste große Mengen von Ressourcen und Energie aufwenden, um Hütten, Bühnen, Dekorationen usw. kurzfristig aufzubauen und hinterher wieder wegzureißen, konzentriert sich das OPENiT Festival auf die Dinge, die schon da sind. Sie werden genutzt (gehackt) und dabei möglicherweise entwickelt. Ressourcen verpuffen nicht in viel Lärm, Dreck und Müll. Die Orte, in denen während des Festivals neue Beziehungen gebildet wurden, bleiben da und können die Beziehungen weiter stützen.

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2.1.4 Zusammenfassung 3 Prinzipien

3 Prinzipien OPENiT Festival

Kreislauf der 3 Prinzipien

Soweit zu den drei Prinzipien eines OPENiT Festivals. Sie greifen ineinander und bauen einander auf. Sie funktionieren immer jeweils anders und in Abhängigkeit mit den Menschen, Dingen und Problemen vor Ort. Die Wirkung ihres Zusammenspiels entfaltet sich dabei nicht nur während des Festivals selbst, sondern vor allem auch schon während der Entwicklung (siehe 2.2 Schrittfolge, z.B. Punkt 2.2.2.3 Vortreffen).

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2.2 SCHRITTFOLGE:

Mit diesen 4 Schritten lässt sich ein OPENiT Festival entwickeln.

> ANKÜNDIGEN

> ENTWICKELN

> FEIERN

> DOKUMENTIEREN

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2.2.1 ANKÜNDIGEN

Alles beginnt mit der Entscheidung für ein Festival und einer Ankündigung und also mit Medienmaterial.

2.2.1.1 Zeit & Ort

Vor der Ankündigung muss man sich natürlich für einen Ort und eine Zeit entscheiden. Der gewählte Festival-Zeitraum kann einen Tag, ein Wochenende, mehrere Tage oder gar mehrere Wochen (dann z.B. als eine Reihe von Einzelveranstaltungen) umfassen je nach Ziel und Bedingungen.

Für den Ort bzw. das Gebiet empfiehlt es sich, etwas auszuwählen, das reich ist an interessanten Infrastrukturen z.B. Läden, Werkstätten, Plätze, Gärten, öffentliche Einrichtungen usw. Am besten wählt man einen Stadtteil aus, der ohnehin voll mit Leben ist oder es sein soll. Die Größe kann man ebenfalls flexibel gestalten. Man kann das Festival z.B. auf einen Platz oder eine Straße beschränken oder es auf ein größeres Stadtgebiet von einem Quadratkilometer oder mehr ausdehnen. Je nachdem was man entwickeln will.

2.2.1.2 Name, Logo, Design & Slogan

Bevor man alles ankündigt, muss man sich für einen Namen, ein Logo und ein Design entscheiden.

Der Name der Stadt, des Gebietes oder der Gemeinschaft könnte ein guter Bestandteil für den  Festivalnamen sein. Möglichkeiten wären: „OPENiT Festival Stadtname“, „OPENiT Stadtname“ oder „OPEN it! Stadtname“.

Logo und Design: Als Logo kann man das vorhandene OPENiT Logo (siehe oben) verwenden oder ein eigenes entwickeln. In einem eigenen Logo könnte man z.B. Bezug auf ein Wahrzeichen der Stadt oder ähnliches nehmen. Besondere Möglichkeiten öffnet ein Logo, welches die meisten Leute selbst schnell nachzeichnen oder nachbasteln können also ein möglichst einfaches (siehe dafür unten bei 2.2.3.2 Namensschilder).

Man kann einen individuellen Slogan entwickeln (vielleicht mit Ortsbezug oder für ein besonderes Thema) oder einen der OPENiT-Slogans verwenden. Der Slogan kann es vereinfachen, sich unter dem Festival etwas vorzustellen, sich etwas dafür auszudenken und sich damit zu identifizieren. „Ein Offenes Experiment für Burgstädts Zukunft“

2.2.1.3 Website

Die Website ist das vielleicht wichtigste Kernstück der Ankündigung und auch Organisation des Festivals.

Technisch muss die Website nicht übermäßig ausgefeilt, beeindruckend oder teuer sein. Es gibt im Web eine Vielzahl kostenloser Blog- & Websiteanbieter, die es erlauben, sich mit wenigen Klicks und ohne Programmierkenntnisse eine ansprechende und funktionierende Website zusammenzubauen. Eine solche offene Lösung ist im Zweifelsfall stets die bessere Wahl.

Für die Gestaltung empfiehlt sich eine One-Pager-Website. Das ist eine Website, die ausschließlich aus einer einzigen Seite besteht. Unterseiten gibt es nicht. Alle Informationen erhält man durch das scrollen über die Seite und das Hoch- und Runterspringen darin. One-Pager können dem Betrachter das Gefühl von „Vollständigkeit“ geben, also das Gefühl, alles gesehen und nichts verpasst zu haben. Gerade bei einem für viele neuen Konzept wie OPENiT ist das von Vorteil, es wird dann einfacher verstanden.

Es ist gut, wenn die Seite durchblicken lässt, wer hier spricht. Welche individuellen Personen stehen dahinter, haben hier ein Interesse, kann man hier ansprechen usw. Es ist leichter, sich unter einer Sache etwas vorzustellen und einen Bezug dazu zu finden, wenn Gesichter damit verknüpft sind, die man auch offen kontaktieren kann. Wenn das Organisationsteam des Festivals ein breiteres Altersspektrum umfasst, kann das sehr hilfreich sein.

Zu dieser Anleitung gehört ein Vorschlag für eine Standardwebsite mit Textbausteinen, die man direkt übernehmen kann. Das Bild unten zeigt einen kurzen Überblick. Eine ausführliche Version mit vollständigen und umfangreicheren Beispieltexten gibt es zum Download als PDF und ODT (editierbar z.B. mit Libre Office oder Microsoft Word). Unten sind die einzelnen Abschnitte kommentiert.

DOWNLOAD Dummy Website: ODT, PDF

OPENiT Website Dummy Übersichtsbild large

Websiteabschnitte:

(0) Menü

Ein Menü ist nicht unbedingt notwendig. Es gibt One-Pager mit und ohne Menü (die Menüpunkte navigieren dann über die Seite). Je nach Design und Geschmack kann man hier entscheiden.

(1) Website Header & Design

Das optische Erkennungsbild (siehe oben „Design“)

(2) Kerndaten/Seitentitel

Kerninformationen im Überblick: Name, Ort, Datum, Slogan insofern sich diese Informationen nicht schon im (1) Website-Header befinden.

(3) Video/Multimediainhalt

An dieser Stelle könnte ein Multimediainhalt stehen z.B. ein Video. Dieser Multimediainhalt sollte Fantasie und Interesse wecken und es möglich machen, sich vorzustellen, was auf dem Festival geschieht/geschehen könnte. Ein Multimediainhalt ist hierfür wichtig, denn er kann auf anderen Ebenen wirken und Informationen übermitteln als ein Text und damit andere Potentiale wecken.

Ein Video z.B. lässt sich leicht verbreiten, was es leichter macht, das Festival bekannt zu machen. Das Video könnte klar und einfach sein und z.B. wie ein Anleitung das Konzept verständlich erklären. Es kann aber auch verrätselter sein, um Neugierde zu wecken: Z.B. könnten Menschen darin auftauchen und merkwürdige Dinge sagen wie „2040 wird Burgstädt die offenste Stadt des Universums sein“ „…der Ort sein, an dem Aliens landen.“ „… weltberühmt sein.“ Bestimmt gut ist es, wenn im Video oder allgemein dem Multimediainhalt bereits Gesichter aus der Gemeinschaft/Stadt auftauchen und auch Orte und Dinge.

(4) Kleiner Einführungstext

Kurze Einführungssätze zum schnellen Überfliegen mit den Kerninformationen zum Festival zum Neugierde wecken.

(5) Social Media Buttons

Je nachdem ob und wenn ja welche Social-Media-Plattformen gerade populär sind bei der Gruppe der anvisierten Besucher und Mitgestalter des Festivals, kann man diese hier verlinken. 2014 könnte man z.B. eine Facebookseite- oder Gruppe anlegen oder einen Twitteraccount. In einigen Städten gibt es auch regionale Internetforen, Netzwerke oder Informationsseiten, die noch wichtiger sein könnten.

(6) Termine vorher

Zur Entwicklung des OPENiT Festivals gehören auch eine Reihe von offenen Vorterminen (siehe unten bei 2.2.2 ENTWICKLEN).

(7) Fragen FAQ

Natürlich sollten die wichtigsten Fragen zum Festival beantwortet bzw. das Konzept und seine Beteiligungsmöglichkeiten erklärt werden. Eine FAQ ist eine gute Möglichkeit dafür. Kurze Fragen und Beispieltexte für eine FAQ stehen im Dummy.

Während man das Festival entwickelt, kann diese FAQ relativ weit oben auf der Seite stehen, damit man sie schnell findet. Während das Festival dann läuft, kann man die Reihenfolge auf der Seite ändern, die FAQ nach unten setzen und das Programm dafür nach oben.

(8) Offener Kalender

Der offene Programmkalender des Festivals ist der Mittelpunkt der Seite. Hier können sich Leute selbst eintragen, die Offenheit des Festivals zeigt sich und das Festival selbst entsteht.

Wie gestaltet man den Kalender technisch? Hierfür gibt es verschiedene Lösungen. Eine allerbeste Variante hat sich noch nicht herausgestellt. Die Eintragsmöglichkeit sollte möglichst leicht zu verstehen sein und den Eintragenden viel Kontrolle über ihren Eintrag geben. Möglichkeiten wären:

  • ein Wiki (funktioniert nur bei sehr technikaffinem Publikum)
  • Kommentarfelder – Leute können ihren Beitrag als Kommentar posten, ein Administrator pflegt ihn oben in den Kalender ein,
  • eine Mailadresse – Man schreibt einfach eine Mail mit seinem Beitrag

Die Lösung die sich bisher am besten bewährt hat, war ein Kommentarfeld in Kombination mit einer Mailadresse. Jeder konnte wählen, ob er offen über das Kommentarfeld seinen Beitrag postet oder doch lieber vorher per Mail Rücksprache und Feedback einholt.

In ihren Einreichungen können die Leute direkt die Orte selbst bestimmen und angeben. Leute, denen ein Platz für ihre Aktion noch fehlt, können hier auch erst einmal ohne Ort posten, wenn man als Veranstalter eine Strategie hat, wie man später gemeinsam einen Ort findet bzw. Orte und Akteure mit einander vermitteln kann.

(9) Ressourcenaustauschseite (Sharing)

Wo können sich Leute gegenseitig unterstützen z.B. nach Orten, Hilfe oder Ausrüstung suchen oder sie sich gegenseitig anbieten? Hierfür ist eine Such- und Findseite hilfreich.

Dafür sind ebenfalls verschiedene technische Lösungen denkbar. Falls geeignet kann man die selbe Lösung wählen, die man auch beim Kalender verwendet. Eine gute Alternative ist es, ein System auszusuchen, welches bereits Teil der Gemeinschaft ist, also dort verankert ist, benutzt wird und gut funktioniert. Gibt es z.B. ein regonales Such- & Findboard? Vielleicht als Teil des Stadtportals oder auf der Website des Stadtanzeigers oder irgendeine andere lokale Sharingseite? Diese Lösung einfach verlinken und die Leute einladen, sie auch für OPENiT zu benutzen.

(10) Akteursliste

Eine Liste mit Akteuren die auf dem OPENiT Festival aktiv sein werden. Sie zeigt Leute, Läden und Initiativen, die sich in den Kalender eingetragen haben oder anderweitig Mitwirkung angekündigt haben. Falls vorhanden die dazugehörigen Websites verlinken. Eventuell dazuschreiben (z.B. in Klammern) ob es Leute aus dem Ort sind oder Experten von woanders her. Leute aus dem Ort könnten die Ortsangabe haben, andere könnte man z.B. als „Inspirierer“ bezeichnen, eine Bezeichnung die zeigt, hier kommt wer mit guten Ideen, die er teilen wird.

(11) Dank & Medienpartner

Mitarbeiter, Sponsoren und Medienpartner auflisten und verlinken.

(12) Impressum/Kontakt

In Deutschland brauchen Webseiten ein Impressum. Ein Kontaktfeld ist eine Alternative. Kontaktdaten wie Mailadresse und Telefonnummer sollten aber ohnehin sehr schnell und einfach zu finden sein am besten immer mit einer Einladung an Mitgestalter oder Nachfrager, sich zu melden.

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2.2.2 ENTWICKELN

Ist das Festival angekündigt, ein Termin, ein Ort und ein Design festgelegt und eine Website online, geht es daran, es zu entwickeln. Hier ein paar Vorschläge dafür.

2.2.2.1 Schlüsselakteure finden und aktivieren

Es kann hilfreich sein, die in und für eine Gemeinschaft wichtigen Schlüsselspieler zu finden und für die Idee zu gewinnen und eventuell sogar direkt auch für das Organisationssteam. Schlüsselspieler sind Leute mit vielen Kontakten, die die Stadt kennen, dort selbst bekannt sind z.B. weil sie kulturell schon aktiv waren usw.

2.2.2.2 Aktiv Leute ansprechen

Eine Website, Anzeigen und Plakate allein werden selten genügen, um Leute für Beiträge zu gewinnen. Viele Leute haben allein nicht direkt eine Idee oder den Impuls für einen Beitrag. Darum ist es wichtig, Leute gezielt anzusprechen und mit ihnen gemeinsam darüber nachzudenken, wie ein Beitrag aussehen könnte. Man erfindet und entwickelt den Beitrag zusammen. Man kann vielleicht zuerst eine Mail senden oder anrufen und dann einladen zu einem Vortreffen oder man geht einfach mal vorbei.

2.2.2.3 Vortreffen und Vorveranstaltungen

Offene Vortreffen sind für die Entwicklung sehr wichtig. Hierhin können Leute kommen und sich über das Festival und die Ideen dahinter informieren. Auf diesen Treffen kann man dann auch Ideen für Beiträge mit ihnen entwickeln. Je nachdem wie man das jeweilige OPENiT genau organisiert, kann es mehr oder weniger solcher Treffen geben. Eine Alternative oder Ergänzung kann auch eine regelmäßige Sprechstunde sein.

Diese Treffen bzw. die gesamte Entstehungszeit ist nicht nur für das Festival selbst besonders wichtig, sondern auch für das, was es bewirken soll. Eigentlich beginnt es schon hier! Denn hier wird das entwickelt, d.h. zum ersten Mal gesagt und gedacht, was hinterher eventuell bleibt oder den Grundstein für Bleibendes bildet. Die Nachhaltigkeit des Festivals wird in dieser Phase wesentlich gestaltet.

Vortreffen könnte man z.B. über Festival-Plakate ankündigen. Also, wenn man sich entscheidet, für das Festival Plakate aufzuhängen, kann man die schon lange im Voraus aufhängen und auf den Plakaten, die Leute einladen zu den Vortreffen.

OPENIT_DRUCK_A3_Front_GRUEN_05SEPT_FINAL  OPIT_PLAKAT_DRUCK_A2_SW_04SEPT_FINAL

 

 

 

 

 

 

 

SIEHE OPENiT PILOT Plakat: Vorderseite/Rückseite und übereinander (auf die Bilder klicken zum vergrößern)
by Jenni Ottilie Keppler, CC-BY-SA

OPIT_PLAKAT_DRUCK_PreCover

Eine gute Erweiterungsmöglichkeit zu Vortreffen, die eher Beratungscharakter und Vernetzungscharakter haben, sind Vorveranstaltungen mit einer eigenen thematischen Ausrichtung. Das könnten z.B. kleine Veranstaltungen oder Workshops sein zu für das Festival interessanten Themen. Hier kann man auch wiederum Ideen und Programmpunkte für das Festival entwickeln. Beim OPENiT Piloten in Berlin gab es einen Monat zuvor die „City Hacking Academy“, die sich fokussierter mit dem Aspekt des „Stadt hacken für eine grüne Stadtzukunft“ befasste.

2.2.2.4 Pressearbeit: „Euphorie“ schüren/Interesse erzeugen

Im Wechsel mit alledem ist es wichtig, das Festival bekannt zu machen. Neben den oben genannten Dingen sind hier natürlich alle Werkzeuge des traditionellen Eventmarketings nützlich: Medienpartner, Pressearbeit usw. Da ein OPENiT ja schon während seiner Entwicklung seine Wirkung entfaltet, können all diese Aktivitäten viel früher einsetzen, als es bei einem gewöhnlichen Fest oder Festival der Fall wäre.

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2.2.3 FESTIVAL SELBST

Das Festival läuft, man ist selbst unterwegs, spricht mit Leuten, lernt etwas usw. Darüber hinaus kann man weiterhin Unterstützung geben. Ein paar Hinweise für diese Zeit:

2.2.3.1 Dokumentieren

Sicherstellen, dass während der Zeit (aber auch vorher schon) gut dokumentiert wird mit Bildern, Audio, Video usw. Die Dokumentation sollte von Leuten gemacht werden, die hinterher das Material unter einer offenen Lizenz (z.B. einer Creative-Commons-Lizenz) zur Verfügung stellen wollen.

2.2.3.2 Namensschilder

Eine Möglichkeit für die Festivalgestaltung sind OPENiT Namensschilder zum Selbstbasteln. Auf Festivals und vor allem auf Konferenzen erkennen sich die Leute an Namensschildern, die vorher ausgegeben werden. Solche Namensschilder oder Bändchen könnten an verschiedenen Stellen ausliegen zum Selbstbeschreiben. Vielleicht findet man ökologische Varianten für Namensschilder oder erhöht den Selbstbauanteil der Namensschilder noch. Die Möglichkeit, sich selbst ein Namensschild zu erstellen, unterstreicht den „City Hacking“ oder „Guerilla“-Aspekt.

2.2.3.3 Programmübersicht

Soll man das Programm vorher in großer Zahl drucken lassen? Die Empfehlung hier ist: Nein. Für ein fest gelayoutetes Programmheft, welches man vorher von einer Druckerei drucken, schneiden und binden lässt, müsste man das Programm ein paar Tage vor dem Festival für neue Beiträge schließen. Dies verhindert späte Einreichungen und sogar spontan auf dem Festival erfundene Beiträge, die Offenheit wird etwas reduziert. Außerdem sitzt man hinterher auf einem großen Berg Müll – nicht verteilte oder nicht mehr benötigte Programmhefte, das ist weder zukunftsfähig, noch nachhaltig.

Das Programm steht online und ist dort über Smartphones mit dem aktuellen Stand jeweils abrufbar. Aber nicht alle Menschen nutzen Smartphones. Für sie könnte es an ausgewählten Stationen des Festivals jeweils morgens frisch ausgedruckte und ausgehängte Exemplare geben. So kann man jeweils an einem Ort entscheiden, wo man als nächstes hingeht, man spart Müll und vor diesen Aushängen entstehen weitere Begegnungs- und Austauschorte.

2.2.3.4 Abendveranstaltung

Vielleicht gelingt es, einen oder auch mehrere Programmpunkte zu haben, an denen alles oder zumindest vieles einmal zusammenkommt. Findet das Festival auf ein größeres Gebiet verteilt statt, verläuft sich vieles. Wie kann alles einmal zentriert irgendwo aufeinander treffen? Eine Abendveranstaltung könnte eine Lösung sein, aber vielleicht findet man eine andere Idee, z.B. ein gemeinsames Essen: eine große Verköstigung auf dem Markt etc.

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2.2.4 DOKUMENTATION

Für den letztlichen Erfolg und die Nachwirkung des OPENiT Festivals ist eine gute Dokumentation essentiell. Was ist passiert? Wer war da? Welche Ergebnisse und Ideen gab es? Nicht zu viel Text, Bilder und Links, vielleicht ein Video oder auch mehrere auf einer Seite. Ein guter Ort dafür kann die Website des Festivals sein, die man dafür noch ein paar Jahre im Netz behält. Später kann man immer z.B. eine PDF Version der Seite bereithalten.

Eine gute Dokumentation bringt OPENiT Festivals ganz allgemein voran. Außerdem erfahren andere Gemeinschaften und Städte von der Gemeinschaft und ihrem OPENiT Festival. Eine Dokumentation ist eine gute Werbung für die Stadt/Gemeinschaft und die Dinge, die dort zu Hause sind (Stadtmarketing).

Das funktioniert am besten, wenn die gesamte Dokumentation also alle Texte und Bilder unter einer offenen Lizenz (Free Culture Lizenz) stehen z.B. unter der CC0, der Creative Commons-Namensnennung oder der Creative Commons-Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

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OPENiT Festival Pricing

Buchen Sie uns. Wir beraten Sie gerne für ihre eigenes OPENiT Festival oder entwickeln es für Sie und führen es durch. Eine Übersicht über Preise gibt es hier.

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